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Herbstkind – eine Reise zu Camille Claudel

1. Januar 2010 - Theater
Herbstkind – eine Reise zu Camille Claudel

Szenische Collage mit a-capella Gesängen über Camille Claudel.

Klappern der Hufeisen auf Kopfsteinpflaster. Pferde wiehern. Räder quietschen. Der Kutscher spuckt und flucht und lässt die Peitsche knallen.

Der kastenförmige Einspänner bahnt sich seinen Weg durch Paris in die Psychiatrische Anstalt. Dort wird Camille Claudel 30 Jahre Einsamkeit leben, so lange, bis sie letztendlich stirbt und in einem Massengrab verscharrt wird. Der Kopf will zerspringen. Das Herz will verzagen. Auf dem Wege in die Einsamkeit.

Mehr Szene als Lesung

Mehr Szene als Lesung heißt das Motto bei Herbstkind und, Lore Seichter-Muráth schlüpft in die Rolle der Camille Claudel.

Über Camille Claudel

Erst ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod wurde die Bildhauerin Camille Claudel als das entdeckt, was sie war – eine herausragende Künstlerin. Nicht zuletzt die erfolgreiche Verfilmung ihres Lebens mit Isabelle Adjani in der Hauptrolle hat ihr Schicksal einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Camille Claudel war von Kindheit an besessen vom Zeichnen und Modellieren. Ihr Vater unterstützt ihren Wunsch, Bildhauerin zu werden, und ermöglicht ihr eine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für eine Frau ungewöhnlich gute künstlerische Ausbildung.

Mit achtzehn begegnet sie dem 23 Jahre älteren Bildhauer Auguste Rodin. Sie wird seine Schülerin, Muse und Geliebte. Eine künstlerische Lebensgemeinschaft entsteht, von der jedoch vor allem Rodin profitiert. Zudem muss sie erfahren, dass Rodin, als sie von ihm schwanger wird, nicht die Absicht hat, sie zu heiraten. Sie verliert das Kind.

Mit dem Gefühl benutzt worden zu sein, trennt sie sich nach 15 jähriger Beziehung 1898 von Rodin und kämpft um künstlerische und soziale Unabhängigkeit. Sie geht ihren eigenen künstlerischen Weg, der gleichzeitig der Versuch eines selbstständigen Lebens als Frau, in einer von Männern geprägten Welt darstellt.

Unter den Leiden der Einsamkeit zerbricht sie schließlich und wird für mehr als 30 Jahre in einer psychiatrischen Anstalt aufbewahrt, wo sie letztendlich stirbt.

Hörprobe:

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